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Eine lange und nasse Freitagnacht

28.05.2016

Am Abend des 27.05.2016 bildeten sich über Köln mehrere Gewitter, welche mit Starkregen einhergingen. Primär im linksrheinischen Stadtgebiet kam es infolge dessen zu mehreren Wasserschäden, welche den Einsatz der Feuerwehr erforderlich machte.

 

Wir wurden um 21:33 Uhr unter dem Stichwort „Wasser 1“ nach Lindenthal zum Albertus-Magnus-Platz gerufen. Mehrere Keller des Hauptgebäudes der Universität sollen unter Wasser stehen.  Vor Ort übernahm das LF-ST 1 die Einsatzstelle und es wurden die beiden auf dem Fahrzeug verlasteten Tauchpumpen zum Einsatz gebracht um knapp 500 m² wieder trocken zu legen. An einigen Stellen stand das Wasser bis zu 30cm hoch. Durch die sehr verwinkelte Bauweise des alten Gebäudes wurden im Laufe des Einsatzes immer wieder neue Bereiche aufgefunden, in die Wasser eingedrungen war. Dadurch mussten die Pumpen mehrfach umgesetzt werden und mehrere Lichtschächte geöffnet werden um eine Schlauchleitung nach draußen verlegen zu können, damit das Wasser abfließen kann. Insgesamt zog sich die Einsatzstelle drei Stunden bis circa 00:30 Uhr.

 

Währenddessen arbeitete das LF-ST 2, welches nahezu zeitgleich mit dem LF-ST 1 ausrücken konnte, autark zwei weitere Einsatzstellen ab. Zunächst ging es in den Mauritiussteinweg in die Altstadt-Süd. Dort war allerdings kein Einsatz für die Feuerwehr gegeben, sodass sich das LF schnell ohne tätig zu werden wieder funkfrei für einen neuen Einsatz melden konnte. Der nächste Einsatz folgte sogleich und führte zurück über den Rhein nach Mülheim in die Ferdinandstr. Dort lief im 6. OG eines Mehrfamilienhauses die Dachterrasse voll Wasser, was dazu führte das auch in der dazugehörigen Wohnung ein Wasserschaden entstand. Das Wasser lief an der Innenwand entlang bis ins Erdgeschoss durch mehrere Wohnungen. Die Einsatzkräfte brachten die Tauchpumpe in Stellung um das Wasser abzupumpen. Da die Tauchpumpe aber eine gewisse Wassertiefe benötigt um einwandfrei arbeiten zu können, wurde um kurz nach 00:00 Uhr das LF Dellbrück zur Einsatzstelle nachalarmiert um eine Flachsaugpumpe zum Einsatz zu bringen.

 

Fast zeitgleich mit dem LF-ST 1 wurde auch das LF-ST 2 gegen 00:30 Uhr einsatzbereit und beide Fahrzeuge sollten zunächst die Unterkunft anfahren, da der Leitstelle keine Weiteren Einsatzstellen mehr vorlagen.

 

Aber anstelle nach Hause zu fahren, wurden sodann beide Fahrzeuge 20 Minuten vor 1 Uhr zur Uni-Klinik alarmiert. Kurz zuvor war bereits die Löschgruppe Dellbrück mit ihrer Sonderfunktion Schadwasserrückhaltung dorthin alarmiert worden und die Löschgruppe Holweide sollte mit LF und Schlauchwagen ebenfalls die Uni-Klinik anfahren. Vor Ort waren bereits Kräfte der Werkfeuerwehr, Berufsfeuerwehr und der Löschgruppe Longerich dabei, einen ein Kilometer langen unterirdischen Versorgungsschacht welcher - in Folge eines gelösten Stopfens in einer Abwasserleitung mit 500mm Durchmesser - auf einer Länge von 600m ca. 80cm hoch unter Wasser stand, leerzupumpen. Es galten 1,5 Mio. Liter Wasser abzupumpen. Hierzu wurden mit vereinten Kräften mehrere Tauchpumpen in zwei Bereichen in Stellung gebracht, mehrere Aggregate zum Betreiben der Tauchpumpen eingesetzt und über 1000m B-Schlauchleitungen verlegt. Nachdem die Wassermassen erfolgreich abgepumpt sowie das eingesetzte Material zurückgebaut und verlastet waren, konnten wir gegen 05:00 Uhr die Einsatzstelle verlassen.

 

Offizielles Einsatzende am Gerätehaus war für die Mitglieder der Löschgruppe 06:05 Uhr. Aber der Samstag brachte dennoch einiges an Arbeit mit sich: Die Tauchpumpen mussten allesamt gereinigt werden, Getränke aufgefüllt, Klamotten gewaschen und Schläuche getauscht werden. Da die mit Schmutzwasser kontaminierten Schläuche zentral an der Einsatzstelle abgeholt wurden, fuhr das LF-ST2 nach dem Einsatz komplett ohne B-Schläuche zur Unterkunft, sodass am Samstag zunächst die Gerätemeisterei angefahren werden musste um 30 neue Schläuche aufzunehmen.

 

Eilinfo der Feuerwehr Köln, Gewitter mit Starkregen über Köln – Ereignisreicher Abend für die Feuerwehr Köln